Horizons Erfolgszwerg Blade mCP x2

Number Two

Erstellt am: 16. Januar, 2012

Kategorie: Aktuell, Technik

Text
Raimund Zimmermann

Magazin:  Ausgabe

Ausgabe: Ausgabe 02/2012

Erschienen im: Januar 2012

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Ausgabe 02/2012
Horizons Erfolgszwerg Blade mCP x2

Horizon Hobby war mal wieder im Sinne der Produktpflege äußerst aktiv und hat den Blade mCPx überarbeitet. Dieser pitchgesteuerte Kleinstheli mit Flybarless-System ist ab sofort in der Version 2 zu haben, die wir mit dem Vorgänger detailliert verglichen haben.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Rein optisch fallen die Änderungen kaum auf, auch der Preis ist gegenüber der ersten Version unverändert. Die BNF-Version ohne Sender kostet 149,99 Euro, das Set mit Sender 189,99 Euro. Man muss schon genau hinschauen um zu erkennen, wo es Unterschiede gibt.

C-Rate
Lagen dem Blade mCPX der ersten Version zwei LiPo-Zellen mit einer C-Rate von 25 bei, so hat man dem V2 leistungsfähigere Exemplare mit 30C spendiert. Die Abmessungen der LiPo-Zellen sind identisch geblieben, ebenso die Kapazität (200 Milliamperestunden). Die höhere C-Rate spiegelt sich zwar nicht positiv in der Flugzeit wider, sehr wohl aber in ihrer Belastbarkeit, die in ihrem geringeren Innenwiderstand gegenüber dem Vorgänger begründet liegt. In der Praxis macht sich das insofern bemerkbar, dass der V2 bei schnellen Pitchwechsel beziehungsweise bei Extremfiguren besser die Drehzahl hält als der V1 und nicht so schnell einbricht.

Größer
Am Zweiblatt-Hauptrotorsystem wurde nichts geändert, wohl aber am Heckrotor. Hier sitzt zwar der gleiche Bürstenmotor wie beim V1, doch der auf der Motorwelle fixierte Propeller wurde um 3,37 Millimeter im Durchmesser vergrößert. Hier wurde der Tatsache Rechnung getragen, dass der V1 bei schnellen Pitchwechsel das Heck nicht immer präzise gehalten hat und leistungsmäßig an seine Grenzen kam. Schuld war nicht etwa das verbaute Gyro-System des Dreiachs-Flybarless-Systems, sondern es war einfach zu wenig Schub vorhanden, um dem kurzfristig auftretenden, hohen Drehmomentstoß gerecht zu werden. Der vergrößerte Heckrotorkreis des V2 kommt nun auch spürbar mit diesen Situationen klar. Das Heck bleibt bei solchen Extremmanövern nun deutlich stabiler.

Normalpiloten, die einen weichen Flugstil bevorzugen und schnelle Pitchwechsel vermeiden, werden diese Änderung rein fliegerisch kaum bemerken, zumal ja auch der Hebelarm des Hecks (Länge des Auslegers) unverändert geblieben ist.

Shaker
Bei einigen Exemplaren des V1 konnte es durchaus vorkommen, dass der Hubschrauber während des Fliegens plötzlich zu Schütteln begann, das je nach momentaner Rotorbelastung mal schwächer oder stärker wurde beziehungsweise genau so plötzlich auch wieder verschwunden war. Ein Teil der Ursache liegt hier offensichtlich in dem minimalen Spiel an der Taumelscheiben-Anlenkung. Doch Horizon Hobby hat hier nachgebessert. An den Anlenkpunkten des Taumelscheiben-Außenrings befinden sich hinter den Kugelgelenken jeweils winzige O-Ringe die dafür sorgen, dass die Kugelgelenke permanent eine leichten Gegendruck erfahren und so jegliches Spiel aus der Passung Kugel/Kugelgelenk herausgenommen wird.

Jegliche Schüttelerscheinungen sind mit diesen Maßnahmen beim Blade mCPx V2 verschwunden. Auch bei testweise verschiedenen Drehzahlen konnten wir zu keiner Zeit das beim V1 öfters auftretende Vibrieren herbeiführen. Kaum zu glauben, welche magische Wirkung solche kleinen Gummis haben können. Übrigens gute Nachricht an alle V1-Besitzer, die sich nicht gleich einen neuen V2 zulegen möchten: Die Änderung kann man leicht selber vornehmen, indem man die beiliegenden Ersatzgummis der Kabinenhaube, die jedem Set beiliegen, entsprechend an den Anlenkpunkten aufzieht.

Elektrik-Trick
Die geniale Elektronik des Blade mCPx, die DSM2-/DSMX-kompatiblen Empfänger, Dreiachs-Flybarless-System sowie die beiden Controller von Haupt- und Heckmotor beinhaltet, wurde nicht nur hardware-mäßig, sondern gemäß Horizon Hobby auch softwaremäßig verbessert. Die Grundmaße der neuen Platine blieben unverändert, sehr wohl aber wurden einige Bauteile eingespart. Bei der Software sollen einige Feinheiten am Flybarless-System verbessert worden sein, vermutlich wurde auch der geringfügig höheren Leistungsaufnahme des Heckmotors durch entsprechendes Anpassen des Controllers (Regelverhalten) Rechnung getragen. Die drei Linear-Servos wurden übrigens unverändert übernommen.

Beim Fliegen des V2 haben wir das Gefühl, dass das Flybarless-System etwas knackiger arbeitet und etwas mehr Response hat als beim V1. Dies kann aber mitunter auch an der verbesserten Anlenkungen sowie dem agileren Heck liegen – und nicht zuletzt am leistungsfähigeren Akku. Also letztendlich alle V2-Änderungen, die erst in Summe zu den fliegerischen Verbesserungen führen.

By the way
Übrigens haben wir den V2 mit der gleichen Programmierung (Spektrum DX8) geflogen wie den V1; einfach bind-and-fly, Änderungen waren keine notwendig. Hier noch ein Tipp in Bezug auf das Einschalt-Prozedere: Den Sender sollte man mindestens 5 Sekunden vor Anstecken des Akkus einschalten, um diesem etwas Zeit zu geben, das Band abzuscannen und eine sichere (freie) Frequenz zu finden. Nach dem Anstecken des Akkus sollte man den Blade möglichst innerhalb von 2 Sekunden auf einen ebenen Untergrund stellen und nicht mehr bewegen. Das freut nicht nur die drei Sensoren des Flybarless-Systems, die sich nun in Ruhe kalibrieren können, sondern auch den Piloten, der zu keiner Zeit instabiles Flugverhalten haben wird.

Wir erwischen uns beim Fliegen oft dabei, neue und verrückte Figuren auszuprobieren, die auch schon mal im unkontrollierten Chaos enden. Zum Glück nimmt das der Blade überhaupt nicht krumm, kaputt geht so gut wie nichts. Noch geringer wird das Schadensrisiko, wenn man vor dem Aufprall den zuvor programmierten Autorotationsschalter betätigt, mit dem der Antrieb abgeschaltet wird.

Pitch rein
Ob V1 oder V2 – Fakt ist, dass der Blade mCPx in beiden Versionen begeistert: ein pitchgesteuerter, voll kunstflugtauglicher Micro-Heli mit Flybarless-System und einem Gewicht von unter 50 Gramm, den man sowohl präzise schweben als auch mit einem Affenzahn dynamisch herumjagen kann. Die im Zuge der Produktpflege von Horizon Hobby durchgeführten Änderungen sind zwar einfache, aber effiziente Verbesserungen eines bisher schon guten Produkts, das dadurch nochmals aufgewertet wird und vor allem dem fliegerisch anspruchsvolleren Zeitgenossen noch mehr entgegen kommt. Für uns jedenfalls ist dieser Micro-Heli mittlerweile unverzichtbar geworden. Der Quirl macht Riesenspaß!

Mahr Sigmund -  Verfasst vor 8 Tagen

Ich habe mir vor einer Woche diesen Winzling gekauft. Es ist
fantastisch, was dieser alles wegsteckt. Ich bin 65 und habe
erst vor 1.1/2 Jahren mit dem Heli fliegen angefangen. Ich hatte natürlich auch schon einige Reparaturen. Ich habe eine DX6i und habe diese genau nach Anleitung programmiert. Trotzdem habe ich schon von Anfang an das Problem, dass der Heli beim Start immer nach links
weg steigt. Ich vermute, ich habe einen Fehler gemacht,
aber welchen? Vielleicht kann mir jemand helfen. Mit freundlichen Grüßen Sigmund Mahr Graz Österreich

redaktion -  Verfasst vor 7 Tagen

Hallo Sigmund

Ja, der kleine Blade macht Laune und steckt was weg. Doch keine Sorge, mit Deinem Heli oder der Programmierung ist alles in Ordnung. Klar, Ferndiagnosen sind immer schwierig, doch grundsätzlich ist es so, dass ein Heli mit rechtsdrehendem Rotorsystem auch immer leicht nach Rechts geneigt schwebt. Das hängt mit dem Ausgleich des Heckrotorschubs zusammen. Wenn Du nun also langsam vom Boden abhebst, steht der Blade noch gerade auf seinen Kufen und driftet daher leicht nach links, weil er nicht die leichte Schräglage nach Rechts einnehmen kann. Du hast zwei Möglichkeiten: Entweder Du erhöhst die linken Kufen etwas (damit der Heli schon leicht schräg auf dem Boden steht) oder Du hebst einfach schneller ab und steuerst leicht gegen.

Freundliche Grüße
Stefan Strobel
Redaktion RC-Heli-Action

Mahr Sigmund -  Verfasst vor 7 Tagen

Hallo Herr Strobel!
Vielen Dank für den Tipp. Du hast sicher recht, ich bin halt
auch leider noch etwas nervös und übersteuere des öfteren, was eben manchmal einen ,,Crash” verursacht.

Freundliche Grüße an Dich und die Redaktion

Sigmund Mahr

RC-Flight-Control
Elektroflug-Magazin