Kopfüber

Aktuelles 700er-Rotorsystem von Align

Erstellt am: 19. September, 2011

Kategorie: Aktuell, Technik

Text
Klaus Uebber

Magazin:  Ausgabe

Ausgabe: Ausgabe 10/2011

Erschienen im: September 2011

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Ausgabe 10/2011
Kopfüber

Flybarless ist in aller Munde und zahlreiche neue Systeme drängen auf den Markt, um im Rennen um die Gunst der Käufer ein Wort mitsprechen zu können. Doch es gibt sie noch, die Freunde der Paddelstange – und das nicht nur im F3C-Wettbewerbsbereich, in dem ja der Einsatz von elektronischen Flybarless-Systemen untersagt ist. Auch in unserem T-Rex 700 LE werkelt seit Anfang 2010 der bewährte Paddelkopf zur vollsten Zufriedenheit. Trotzdem weckten die ersten Bilder des von Align angekündigten neuen Rotorkopfs sofort unser Interesse. Vielleicht geht’s ja noch ein wenig besser? Wirkliches Upgrade oder nur optische Tuning? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und haben das neue Teil einem Vergleich unterzogen.

In vier Kunststoffkästen sauber und stoßsicher verpackt, wird der neue Rotorkopf (Preis 149,99 Euro) ausgeliefert, der einen sehr sauber gearbeiteten Eindruck hinterlässt. Paddelstange, Steuerpaddel sowie die Rotorkopfbremse sind im Bausatz nicht enthalten. Das stellt aber kein Problem dar, da diese Teile einfach von dem schon vorhandenen Rotorkopf verwendet werden. Der Aufbau sollte mit der etwas knapp gehaltenen und dem Bausatz leider nur in Englisch beiliegenden Anleitung keine große Herausforderung darstellen.

News
Der Standard-Rotorkopf des T-Rex 700 ist mit Sicherheit einer der besten Paddelköpfe, die Align auf den Markt gebracht hat. Aber auch an diesem vermissen erfahrene Piloten die Möglichkeit, das Flugverhalten auf die jeweiligen Vorlieben abstimmen zu können. Alle Übersetzungsverhältnisse der Anlenkungen sind fest vorgegeben, sodass zum Beispiel Schwebefiguren à la F3C mit dem eher auf 3D abgestimmten und deshalb sehr agilen Rotorkopf nicht sonderlich gut umzusetzen sind. Anders gesehen sind die zyklischen Ausschläge für fortgeschrittenes 3D sicherlich nicht optimal, hier würde sich mancher Pilot ein wenig mehr wünschen.

Die größte und auffälligste Änderung gegenüber dem Standardkopf ist in der Blatthalteranlenkung zu finden. Am an den Blatthalter angeschraubten Arm befinden sich drei Bohrungen, die ein Variieren des so genannten Delta-Drei-Winkels ermöglichen. Ein positiv gewähltes Delta 3 (Verstärkung des Blatt­winkels bei Schlagbewegung) bewirkt eine agilere Reaktion des Kopfs auf Steuereingaben und wird dem 3D-Piloten entgegenkommen. Im negativen Delta 3-Bereich (Blattwinkel-Rücksteuerung bei Schlagbewegung) werden die Steuereingaben hingegen deutlich vermindert, somit ist ein fein­fühligeres Steuern möglich.

Auf diesem beschriebenen Arm wird nun ein Umlenkhebel montiert der die Möglichkeit bietet, die Bell-Steuerung des Rotorkopfs einzustellen. Hierdurch kann das Ansprechverhalten des kollektiv gesteuerten Pitch beeinflusst werden. Gleichzeitig kann über die entgegengesetzte Seite des Mischerarms das Ansprechverhalten der Paddelebene abgestimmt werden.

Über einen weiteren Mischerarm, der am Taumelscheibenmitnehmer angebracht ist, kann zusätzlich noch der Hilleranteil konfiguriert werden. Hierbei wird das Ansprechverhalten der gesamten Rotorkopfmechanik beeinflusst. So bieten sich also zahlreiche Möglichkeiten, das Flugverhalten auf seine eigenen Vorlieben und Prioritäten abzustimmen. Es empfiehlt sich, vor dem Zusammenbau die Auswirkungen der jeweiligen Einstellmöglichkeit näher zu betrachten, um so eine für sich optimale Einstellung zu finden.

Schraubarbeit

Der Zusammenbau des Rotorkopfs unterscheidet sich grundsätzlich nicht sonderlich vom Standard­exemplar und ist schnell erledigt. Nach dem Einsetzen der Blattlagerbuchse wird das Dämpfungs­gummi im Zentralstück montiert. Hier stehen zwei Gummis mit verschiedenen Härtegraden zur Auswahl. Das schwarze, härtere Exemplar ist für 3D-Flug vorgesehen, während das rote, etwas weichere Gummi niedrigere Kopfdrehzahlen und ein besseres Flugverhalten im F3C-Betrieb ermöglicht. Da unsere Vorlieben eher in Richtung 3D liegen, wurde sich für schwarz entschieden.

Die Anordnung der Lager ist in der Beschreibung sehr gut ersichtlich. Darüber hinaus sind die Lager­scheiben der Drucklager so markiert, dass ein Verwechseln nicht möglich ist. Alles in allem ist die Montage in etwa einer Stunde erledigt, wenn man sich vorher Gedanken darüber gemacht hat, wie man seinen Rotorkopf abstimmen möchte.

Die Standardpaddel des T-Rex 700 sind relativ groß und schwer, trotzdem wurden diese zuerst montiert, um einen guten Vergleich zum alten Rotorkopf zu haben. Im Testverlauf wurden später auch relativ leichte KBDD HP 90-Paddel (Bezug: www.mans-toy.de) verwendet. Nach der Montage zeigte sich, dass mit der gewählten Einstellung der Anlenkhebel die zyklischen und kollektiven Ausschläge im Vergleich zum Standardrotorkopf deutlich erhöht waren. Der Pitchbereich wurde über den Taumelscheibenmischer des Senders dementsprechend angepasst und auf ± 12,5 Grad begrenzt. Auch zyklisch (Funktionen Nick und Roll) wurde der Mischer etwas reduziert, sodass hier Werte von 9 Grad erreicht werden.
Gespannt ging es kurz darauf auf den Flugplatz, um die ersten Flüge zu absolvieren.

Rock it
Mit dem T-Rex 700 wurden in den letzten anderthalb Jahren wenigstens 300 Flüge absolviert, und er ist vom Flugverhalten und der Optik her immer noch die Nummer eins im Fuhrpark. Trotzdem zeigte sich schon nach wenigen Flügen, dass durch den neuen Rotorkopf die Performance deutlich verbessert wird. Trotz der verbauten Originalpaddel zeigte sich die Wendigkeit des T-Rex 700 im Vergleich zum alten Kopf deutlich erhöht, ohne dabei nervös zu wirken. Der Geradeauslauf im Rundflug zeigte sich dabei unverändert gut, ein Über- oder Unterschneiden war wie vorher auch nicht festzustellen.

Nachdem kurz darauf die schon erwähnten KBDD HP 90-Paddel montiert wurden, zeigte sich das Flugverhalten nochmals deutlich verändert. Der T-Rex 700 wird damit nochmals wendiger und liegt dabei trotzdem satt in der Luft. Ein befreundeter Pilot, der seinen 700er vor kurzem auf Flybarless umgerüstet hat, trifft es nach ausgiebiger Flugerprobung mit dem Testprobanden mit seiner Aussage wohl am deutlichsten: „Wenn ich gewusst hätte, dass der neue Kopf rauskommt, hätte ich mir die Flybarless-Umrüstung sparen können“.

Performance-Gewinn
Seit dem Erscheinen des T-Rex 700 wurde von Align und auch von anderen Firmen eine Menge an Updates und Verbesserungen auf den Markt gebracht. Viele davon fallen sicher in die Rubrik „das Auge fliegt mit“ und bringen nicht wirklich eine fliegerische Verbesserung.

Zumindest unser T-Rex 700 LE hat bis dato trotz reichlichem Gebrauch keine Schwächen gezeigt, sieht man einmal von einer gebrochenen Kupplung ab, die wohl als Verschleißteil zu werten ist. Der neue Paddelkopf stellt allerdings durch seine vielfältigen Einstellmöglichkeiten sicherlich eine deutliche Verbesserung der Performance dar. Das erfordert aber, dass man sich ein wenig mit der Materie auseinandersetzt. Macht man das, erschließt sich jedem Piloten die Möglichkeit, das Modell auf seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse anzupassen, sei es im 3D- oder F3C-Bereich. Der Rotorkopf ist für uns eines der sinnvollsten Updates für den T-Rex 700. Zumal damit gezeigt wird, dass es nicht immer Flybarless sein muss, um ein Modell mit hervorragenden Flugeigenschaften zu haben.

Johann Ruch -  Verfasst vor 23 Tagen

ich habe meine beiden t-rex 700n le für f3c mit diesem neuen rotorkopf ausgerüstet. grundsätzlich decken sich meine erfahrungen mit den von ihnen publizierten bericht.
in diesem bericht vermisse ich zwei punkte, welche meiner meinung nach bei disem neuen rotorkopf HN7214 kopf nicht optimal gelöst wurden.
wird der rotorkopf wie in der anleitung beschrieben montiert, streift das lange gestänge die schraube des pitch-kompensators. für diesen kopf hätte man einen neuen pitch-kompensator, welcher gerade um 180° verdreht ist, fertigen sollen.
des weitern lässt sich die flybarratio nur beschränkt verstellen. bei meinem setup komme ich auf nur 47% (1:0.47). ich hätte aber gerne 65%. beim ‘Flybar Seesaw Holder’ würde ein m3 gewinde möglichst weit aussen noch etwas mehr bringen.
damit das gestänge nicht an der schraube streift, habe ich den rotorkopf etwas anders zusammengebaut (http://www.maxfrey.ch/HN7114T-ENG.pdf). dabei verliere ich aber etwas an pitch, dafür streift nichts.

raimund -  Verfasst vor 23 Tagen

Hallo Johann,

besten Dank für Dein Feedback, die ergänzenden Hinweise und den interessanten Link zu Deinem Umbau.

Ich habe soeben mit unserem Autoren Klaus Uebber nochmals Rücksprache gehalten. In der Tat hast Du Recht mit Deinen Anmerkungen. Das allerdings nur dann, wenn man ein Input von 15 Grad zyklisch vorgibt. Das geht unseres Erachtens ziemlich arg an der Praxis vorbei und wird in dieser heißen Version höchstens von nur ganz wenigen Cracks so genutzt werden wollen. Deswegen sind wir darauf auch im Bericht nicht eingegangen.

Bei den in unserem Testmuster geflogenen 9 Grad geht es zwar mit den Gestängen auch recht knapp zu, aber es schleift in keiner Stellung irgendetwas. Der Heli geht mit dieser Einstellung und den im Text erwähnten, leichten Paddeln ums Eck wie ein scharf eingestellter Flybarless-Heli.

Zum Thema Flybar-Ratio (Mischungsverhältnis Bell/Hiller). Uns reicht der vorgegebene Verstellbereich – siehe hier auch unseren Abbildungen im Bericht – vollkommen aus. Mit den leichten Paddeln kommen wir am Mischerarm mit den Löchern C1 und B2 am besten klar (gemäß den aus Deinem Link übernommenen Bezeichnungen, ohne den Umbau gemacht zu haben).

Alles Gute – und Gruß in die Schweiz!
Raimund
Redaktion RC-Heli-Action

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Elektroflug-Magazin