Orange Edge | Flybarless-System von BeastX
von admin • 17.6.2010 • Kategorie: helistuff • RC-Heli-Action bestellen
Kaum ein Dreiachs-System war lange Zeit so heiß ersehnt wie das Microbeast von BeastX. Doch warum eigentlich? Flybarless-Elektroniken gibt es doch nun schon einige, was also ist an diesem orangefarbenen Kasten anders? Ah, das Microbeast lässt sich auch lediglich als Heckrotor-Gyro-System verwenden – warum das denn?

So einfach gestaltet sich der Anschluss am Microbeast (Quelle: beastX). Zur Programmierung dient der schwarze Taster oben rechts, die mehrfarbige LED informiert über die jeweiligen Betriebszustände

Das Alu-Unterteil ist mit dem Oberteil verschraubt. Die Inbusschrauben sind sauber versenkt

Die stirnseitigen Goldkontakt-Steckanschlüsse


Nicht nur im Protos, sondern auch im T-Rex 600 Nitro und so gut wie allen anderen Systemen lässt sich das Microbeast bequem unterbringen. Das serienmäßige Gyro-Podest eignet sich ideal für das kompakte, kleine Gehäuse
Ganz einfach: Hier erarbeitete der Konstrukteur ein ziemlich cleveres Konzept aus. Die Möglichkeit, das Microbeast zunächst als Hochachs-Gyro einzusetzen, passt hervorragend zum größten Pluspunkt des Geräts, nämlich dem Preis. Denn möchte man eine gute Performance fürs Heck, muss man teils mehr als die 139,– Euro, die das orange Kästchen kostet, hinlegen. Na, Groschen gefallen? Mit dem Preis möchte man nicht nur solche ansprechen, die sowieso einen „Dreiachser“ einbauen wollen, sondern auch die, die erst einmal nur das Heck stabilisieren möchten.
Handsam
In die Hand genommen, fallen auf der Oberseite zuerst 14 Menü-LED, ein Taster und eine dreifarbige Status-LED auf. Mit den drei Potis lassen sich die Empfindlichkeit der Taumelscheibe, der Direktanteil und die Heckdynamik einstellen. Die Empfindlichkeit des Hecks stellt man wie gewohnt am Sender ein. An der Vorderseite befinden sich acht Anschlüsse für Universalstecker: einen, um über einen Mini-USB-Adapter Verbindung zum PC herstellen zu können, einen Dreifach-Stecker zum Empfänger für Pitch, Heck und Gyro-Empfindlichkeit sowie je einen einzelnen für Nick und Roll. An den verbleibenden vier Steckplätzen steckt man die drei Taumelscheibenservos und das Heckservo ein.
Einbaufrage
Wie man das Microbeast einbaut, ist fast egal. Ob liegend oder hochkant, Hauptsache längs. In weniger als einer Viertelstunde ist das Gerät startklar. Das Setup-Menü aktiviert sich durch längeres Drücken des Tasters. Die Bedienungsanleitung leitet den Anwender sehr ausführlich durchs Programm. In den 14 Programm-Punkten, die alle nacheinander durchgeschaltet werden, kann man alles Wichtige wie Servo-Ansteuer-Frequenz der Taumelscheiben und des Heckservos inklusive der Neutralimpulslängen und deren Laufrichtungen einstellen. Hierzu bewegt man den Heckknüppel jeweils nach links oder rechts, wobei die Farbe der Status-Leuchte die jeweilige Einstellung anzeigt.
Besonders konnte auch die Einstellung des zyklischen und kollektiven Pitch-Ausschlags gefallen. Hier müssen exakt 6 Grad Einstellwinkel der Rotorblätter eingestellt werden. Clever ist hierbei, dass das Gerät sofort anzeigt, ob die Anlenkgeometrie optimal auf Flybarless eingestellt ist. Denn das Hebelverhältnis zwischen Servos und Blatthalter-Anlenkhebel muss stimmen. Auch an die Pirouetten-Optimierung wurde gedacht. Leider fehlt die Möglichkeit, 90-Grad-Taumelscheiben-Anlenkungen mit vier Servos einzustellen. Gerade im Scale-Bereich trifft man
diese Art der Mischung des Öfteren an.
Um in die zweite Menü-Ebene zu gelangen, drückt man den Knopf lediglich zwei Sekunden. Hier lässt sich die Taumelscheibe feintrimmen oder sich das Steuerverhalten von Normal über Sport auf Extrem einstellen. Auch eine Taumelscheiben-Kompensation oder den Headinglock-Anteil des Hecks kann man verändern.
Zur Sache
Als Testheli musste der altgediente Protos herhalten. Den Umbausatz auf Flybarless bekommt man vom Himmlischen Höllein für 32,90 Euro. Rechnet man den Einstiegspreis des Protos mit dem Upgrade plus dem Microbeast zusammen, bekommt man mit der MSH-Maschine einen sehr günstigen 3D-Rocker mit Flybarless. Laut Bedienungsanleitung sollte man nach dem Anlaufen des Motors zügig abheben, damit Vibrationen, die im Stand vorkommen können, nicht die Sensoren der Elektronik zu falschen Reaktionen verleiten. Doch auch mit Absicht ließ sich solch ein Verhalten nicht im Ansatz provozieren. Keine Angst also, einfach ganz normal abheben und gut.
Nach dem Abheben stellt sich recht schnell ein vertrautes Gefühl ein. Viel Unterschied zum Paddelkopf kann nicht festgestellt werden. Nur eben, dass der Heli plötzlich genau so fliegt, wie man steuert. Okay, dann mal los! Mit Voll-Pitch schießt der Protos exakt senkrecht in die Höhe – so muss das sein. Nun die Pirouetten-Optimierung austesten: Mit gehörig Vorwärtsfahrt dreht sich der Heli um die Hochachse ohne Versatz. Einzig die Dreh-Geschwindigkeit ist nicht ganz gleichmäßig. Doch dieses und die Pirouetten-Optimierung lassen sich noch anpassen – wenn man das möchte. Tatsächlich sind die Grundeinstellungen ideal, um sich mit dem System vertraut zu machen.
Die Flips rasten ohne Nachwippen knackig ein und die Rollen gelingen wie an der Schnur gezogen – Bolzen leicht gemacht. Aus fast 100 Meter Höhe erfolgt der senkrechte Abstieg mit anschließendem geradem Überflug über den Platz: Der Heli liegt ohne Aufbäumen oder Wippen absolut stabil in seiner Flugbahn. Paddel? Was ist das denn?
Kein Biest
Keine Frage. Das ist ein Gerät für jedermann. Einsteiger sollten sich auf alle Fälle von erfahrenen Piloten Hilfe beim Einstellen holen. Doch ist das Microbeast einmal installiert, kann sich jeder voll austoben oder einfach nur den Schwebeflug erlernen. Denn äußere Einflüsse wie Windböen lassen den Heli nicht mehr abtreiben. Auch die Crash-Unempfindlichkeit freut nicht nur Cracks. Flybarless-Systemen wird durch den Wegfall der Paddel eine Leistungssteigerung von 15 Prozent nachgesagt. Das – zusammen mit mehr Wendigkeit und mehr Schweberuhe – sind Argumente, die nicht mehr zu schlagen sind.
Text & Bilder: Stefan Strobel




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Ich kann die Aussagen dieses Artikels nur bestätigen. Fliege es selbst und bin begeistert. Der Einbau war kinderleicht.