Alpine Heli Smackdown 2009

Alpine Heli Smackdown 2009

Zum zweiten Mal hatte Lukas Riva Anfang Oktober 2009 zum „Alpine Heli Smackdown“ geladen – und so gut wie alle, die Rang und Namen in der 3D-Heliszene haben, sind seiner Einladung in die Schweiz gefolgt. Umgeben von riesigen Bergen liegt der Flugplatz des Flugunternehmes Heli TV (www.heli-tv.ch), der für das Event in sechs Flight-Slots eingeteilt war, um den über 140 angereisten Piloten aus aller Welt die Möglichkeit zum ungehinderten Fliegen zu bieten. Doch es war mehr als Fliegen – es wurde nämlich so richtig gerockt!

Der alleinige Sinn der Veranstaltung: ein FunFly, bei dem jeder – egal ob 3D-Crack oder 3D-Einsteiger – ungezwungen fliegen kann. Die Scale-Fraktion war nicht vertreten, es waren also ausnahmslos „Besenstiele“ in der Luft. Am Samstagmorgen wurde mit einem Briefing des Veranstalters Lukas Riva das „Event der Superlative“ eröffnet. Warum Superlative? Ganz einfach: Wenn Piloten wie John O´Ruorke, Andrea Pousi, Tareq Alssadi, Alan Szabo Jr. und viele weitere internationale Größen vor Ort sind, kann dies nur ein Mekka für 3D-Freaks sein. Natürlich waren auch unsere deutschen Elite-Piloten wie beispielsweise Eric Weber, Jo Kaulbach, Florian Otzman und Marius Müller vor Ort und zeigten ihr ganzes Können. Mehrfache Bladestopps (die Rotorblätter werden während eine Autorotation zum stehen gebracht) oder Bodenberührungen der Haupt- oder Heck­rotorblätter während eines Flugs gehörten fast schon zum guten Ton.

Dem Ganzen setzte aber Tareq Alsaadi mit seinen Flügen die Krone auf. So etwas hatten die meisten wohl noch nie live gesehen – einen so harten, schnellen, brutalen und vor allem tiefen Flugstil, dass einem der Atem stockt. Thomas Böseler alias Crazy-Tom (wie immer sind auch von diesem Event Videos auf seiner Homepage crazy-tom.net zu finden) und der Autor hatten Mühe und Not, beim Filmen und Fotografieren dem Heli zu folgen. Dementsprechend groß war das Interesse aller, wenn Tareq zu einem seiner zahlreichen Helis griff und auf den Flightspot ging. Es wurde gegrölt, wie man es sonst nur aus dem Fußballstadion oder beim Auftritt einer Teenieband kennt. Natürlich blieb auch der eine oder andere teilweise extrem aufwändig lackierte Hubschrauber auf der Strecke und segnete das Zeitliche, was aber meist mit Humor genommen wurde, da man bei so einem extremen Flugstil sekündlich damit rechnen muss.

Geflogen wurde alles an Helis, was der Markt derzeit bietet – vom LOGO 600 bis hin zum T-Rex 500, 600 und 700. Die Nitro-Fraktion konnte dank des Sponsors Rapicon gratis ihre Hubschrauber betanken und den Sprit ausgiebig testen. Auch das Drumherum des Events war einfach nur genial. In der Mittagspause konnten Rundflüge mit einem echten Hubschrauber gebucht werden. Händler und Hersteller waren ebenfalls vor Ort und präsentierten ihre neuesten Produkte. Hier sei beispielsweise die Motorenfirma Novarossi genannt, die auch in Demoflügen, ausgeführt von Dario Neuenschwander und Andrea Puosi, ihre neuesten Triebwerke in Aktion zeigten. Selbst Jeff Barringer, der Veranstalter des 3D-Masters (siehe ausführliche Berichterstattung in RC-Heli-Action 10/2009) war vor Ort und ließ sich das Event nicht entgehen. Gerüchten zur Folge war er anwesend, um sich das Fluggelände anzusehen, um dort eventuell die kommenden 3D-Masters zu veranstalten. Wer weiß, das Potenzial dazu hat der Flugplatz auf jeden Fall.

Da das Wetter während des gesamten Wochenendes perfekt mitspielte, wurde nonstop geflogen. Dementsprechend wusste man kaum, wo man stehen und hinschauen sollte, da es eigentlich aufgrund des hohen Niveaus Wert war, jeden Flug sämtlicher anwesenden Piloten zu beobachten. Verwundert waren wir lediglich über die Tatsache, dass relativ wenige Zuschauer dieses Event besucht haben – und das trotz der gebotenen Möglichkeit, die Weltelite der 3D-Cracks live zu sehen.

Dem Autor bleibt als Fazit nur zu sagen, dass dies eins der besten, wenn nicht gar das beste Event war, das er je besucht hat. Die lange Anreise ins Tessin hat sich gelohnt, es war ein super Jahresabschluss in Sachen Flugtag-Besuch. Sollte Lukas nächstes Jahr wieder die Arbeit auf sich nehmen und ein weiteres Heli Smackdown in Lodrino veranstalten, kann man jedem, der den 3D-Flugstil mag, nur empfehlen, sich unbedingt auf den Weg in die Schweiz zu machen.