Firestarter | T-Rex 700 LE im Spotlight
von admin • 12.3.2010 • Kategorie: pilot`slounge • RC-Heli-Action bestellen
Anfang September 2009 kursierten im Internet die ersten Bilder und Berichte über den neuen T-Rex 700 Limited Edition, der sehnlich hier in Europa erwartet wurde. Das neue Design begeisterte auf Anhieb – die vorher schwarz eloxierten Aluteile glänzen nun edel in Silber. Auch die Haube in neuer Lackierung rundet die Optik perfekt ab und ließ letztendlich den Entschluss reifen, sich diesen 90er-Nitro-Heli zuzulegen. Mal sehen, ob die Maschine auch so gut fliegt wie sie optisch daherkommt.

Klar strukturierter Aufbau des Chassis mit einstufigem Hauptgetriebe und mit Zylinderkopf nach vorne eingebautem Triebwerk. Die Anlenkungen zu den Taumelscheiben-Umlenkhebeln erfolgt über Push-Pull

Auch das Heckrotorservo ist im Vorbau untergebracht. Ein entsprechender Umlenkhebel, von wo aus die Verbindung zum Heckrotor hergestellt wird, sitzt unmittelbar unter der Heckrohr-Befestigung

Der Vorbau bietet ausreichend Platz zur sauberen Anordnung sämtlicher Elektronik-Komponenten, die bestens vor Öl und Abgasen geschützt sind. Der zweizellige LiPo-Akkus versorgt über den Align-Regulator nicht nur die komplette Empfangsanlage, sondern auch über einen entsprechende Ausgang die Glühkerze (nur für den Startvorgang)

Der bewährte Hauptrotorkopf des T-Rex 700 wirkt nun in der Farbe Silber sehr edel. Pitchkompensator und Taumelscheibe sind ebenfalls in Vollaluminium gefertigt. Alle Anlenkungen sind kugelgelagert und spielarm. Vom fliegerischen Aspekt her dürfte er auch in der serienmäßigen Version den Hardcore-3D-Fan voll zufrieden stellen

Die leider nicht ganz spielfreie Heckanlenkung funktioniert im Alltagsbetrieb fehlerlos. Die hier noch montierten, zu kurzen Heckblattschrauben wurden gegen längere Exemplare getauscht

Der zusätzlich verbaute Headertank, der nicht im Bausatz enthalten ist, bewahrt den Motor vor einem abmagern durch eventuell angesaugte Luft. Der Filter mit Füllanschluss gehört mit zum Combo-Lieferumfang

Das neue Haubendesign wirkt optisch sehr ansprechend

Auch auf dem Rücken kann der T-Rex 700 Nitro entzücken. So macht Helifliegen Spaß. Im 3D-Betrieb zeigt der T-Rex sein volles Potential

Voll negativ und weg – der verbaute Yamada YS91ST-RR ist jeder Flugsituation gewachsen und stellt mehr als genügend Power zur Verfügung

Durch seine Größe und Optik ist eine perfekte Lage-Erkennung im Flug gewährleistet
Wir entschieden uns für das kurz darauf in vielen deutschen Shops angebotene Komplettset, das bis auf das Gasservo die komplette Elektronik enthält und nur durch Motor und Dämpfer ergänzt werden muss. Zur Vergaseranlenkung wurde zusätzlich ein Align DS610 geordert, das schon auf der Taumelscheiben-Steuerung Verwendung findet. Die Motorisierung sollte durch einen Yamada YS91ST-RR (Firma TMRF) in Verbindung mit einem Funtech-Dämpfer des Typs A-382 erfolgen.
Wenige Tage später lag nun also ein komplett ausgestatteter T-Rex in Einzelteilen vor uns und wartete auf seine Entstehung. Und das alles zu einem Preis, für den es bei Erscheinen des T-Rex 700 Nitro im Frühsommer 2008 gerade einmal den nackten Bausatz gab. In der geplanten Testreihe galt die größte Aufmerksamkeit der Qualität der sich im Bausatz befindlichen Komponenten während des Flugbetriebs.
Hardware
Nach dem Öffnen der Verpackung erwartet den Modellbauer ein sauber nach Baugruppen verpackter Bausatz, dessen Aufbau keine großen Probleme bereitet und auf den wir hier auch nicht detailliert eingehen. Leider schien die Haube zu früh verpackt worden zu sein, denn sie zeigte an einer Seite eine leicht nach innen gehende Delle. Mit einem Fön und ein wenig Geduld war dieser Mangel aber zu beheben. Die in Englisch beiliegende Bauanleitung ist durch gute technische Zeichnungen leicht verständlich und fast fehlerfrei. Lediglich die Länge des Gestänges zum Pitchkompensator ist mit zwei verschiedenen Maßen angegeben.
Als erstes wird der Zusammenbau des Rotorkopfes in Angriff genommen. Einige Teile liegen schon vormontiert der Verpackung bei, sollten aber auf jeden Fall auf festen Sitz der Verschraubungen und Leichtgängigkeit der Lager überprüft werden. Nach etwa zwei Stunden ist dieser Bauabschnitt beendet und man hält einen optisch sehr ansprechenden, spielfreien und gut verarbeiteten Rotorkopf in Händen.
Es folgt die Montage des Chassis sowie des Motors und des Elektronik-Vorbaus. Als erstes Elektronikteil wird der im Bausatz befindliche Sensor des Drehzahlreglers montiert und die dazugehörigen Magnete in der Kupplungsglocke mit Sekundenkleber fixiert. Vor der Montage empfiehlt es sich, die Carbonteile des Chassis zu entgraten, um scharfe Kanten zu entfernen, die später vielleicht einmal Kabel und Spritschläuche beschädigen könnten. Außerdem sollte der Tank vor dem Zusammenbau des Chassis eingesetzt werden, weil es sonst arge Probleme bereitet, ihn richtig zu platzieren.
Die Kupplung sowie das Lüfterrad werden am Motor angebracht und zusammen mit dem Lüftergehäuse im Chassis platziert. Nachdem die Bodenplatte und das Landegestell montiert wurden, steht der T-Rex das erste Mal auf eigenen Füßen. Auch diese Arbeiten gehen durch gute Passgenauigkeit zügig von der Hand.
Geduld und Sorgfalt
Für den anschließenden Einbau der Servos und deren Gestänge sollte man sich ein wenig Zeit nehmen. Eine hohe Genauigkeit bei der Einstellung erleichtert die spätere Kalibrierung der Taumelscheibe. Durch die den Servos beiliegenden Servoscheiben ist dieser Vorgang auch außerordentlich gut zu bewerkstelligen. Die Verlegung der Kabel muss sorgfältig ausgeführt werden, um spätere Ausfälle durch Vibrationsschäden zu vermeiden.
Bei der anschließenden Montage des Hecks offenbart sich die einzige Schwäche des Bausatzes: Der Umlenkhebel der Heckrotoranlenkung sowie die Heckschiebehülse waren alles andere als leichtgängig. Die Schiebehülse musste nachgearbeitet werden, und der Umlenkhebel benötigte eine längere Schraube, um eine Kontermutter einsetzen zu können. Nach dieser Änderung lief die Heckrotoransteuerung einwandfrei, wenn auch leider im Bereich der Blatthalter-Anlenkung nicht ganz spielfrei. Ebenso erwiesen sich die Schrauben der Heckblatt-Befestigung als zu kurz, da diese nicht einwandfrei mit den dazugehörenden selbstsichernden Muttern befestigt werden konnten. Der Starrantrieb des Hecks ließ sich dafür aber wieder gut in eines der beiliegenden Heckrohre – wahlweise in Schwarz oder in Carbonoptik – montieren und das Heck nahm seinen Platz im Modell ein.
Endspurt
Nach dem Aufsetzen des fertig gestellten Rotorkopfs wurde die restliche Elektronik – bestehend aus Gyro, Drehzahlregler, Empfänger sowie der Stromversorgung – an den in der Anleitung vorgeschlagenen Plätzen eingebaut und deren Verkabelung ordentlich verlegt. Die in der Empfänger-Stromversorung integrierte Vorglüheinrichtung wurde am Motor angeschlossen und es konnte nun an die Einstellarbeiten gehen.
Am Limit
Bei der Überprüfung der Ausrichtung der Taumelscheibe zeigte sich, dass bei der Montage der Servoscheiben und Gestänge ordentlich gearbeitet wurde; nur wenige Korrekturen waren nötig. Der Drehzahlregler wurde eingelernt und das Gyro-
System nach Anleitung eingestellt. Hierzu sei vielleicht noch zu erwähnen, dass die deutsche robbe-Anleitung zum Gyro-System Align GP-750 einen Fehler in der Limiter-Einstellung enthält und deshalb nur bedingt zu nutzen ist.
In der robbe-Beschreibung steht, dass man zur Limiter-Einstellung den Steuerknüppel des Senders nach links bis zum Anschlag fahren soll und dieses dann mit der „SET“-Taste bestätigen muss. Danach soll man das gleiche Prozedere mit rechts ausführen, was allerdings so nicht funktioniert. Richtig ist, den Senderknüppel zuerst nach links bis zum Anschlag zu fahren, dann nach rechts bis zum Anschlag und erst danach das Ganze mit der „SET“-Taste zu bestätigen. Nur so funktioniert es.
Schraubspaß
Nach Montage des Dämpfers und der Haube stand das Modell nun flugbereit vor uns. Bei der abschließenden Schwerpunktkontrolle zeigte sich der T-Rex leicht hecklastig. Durch den Einbau eines größeren Empfängerakkus wurde die Schwerpunktlage ausgeglichen. Der komplette Aufbau nahm vier Abende in Anspruch und hat mächtig Spaß gemacht. In dem Bausatz wurde wirklich an alles gedacht, weil selbst solche Kleinigkeiten wie Fett, Schraubensicherung, Klettbänder und Kabelbinder beiliegen. Das ist auch bei teureren Modellen nicht selbstverständlich und sollte lobend erwähnt werden. Gespannt machten wir uns wenige Tage später an einem regnerischen Tag auf den Weg zum Erstflug.
Start your engine
Da sich das Wetter am Anfang als unbeständig erwies, beschränkte sich das Fluggeschehen auf das Einlaufenlassen des Motors und die üblichen Einstellarbeiten. Die Empfindlichkeit des Gyro-Systems wurde angepasst, Drehzahlregler programmiert und nur einige leichte Rundflüge absolviert. In den darauffolgenden Wochen spielte das Wetter dann aber besser mit und es wurden zahlreiche Flüge durchgeführt, in denen sich der T-Rex 700 LE als ausgewogenes Gesamtpaket präsentierte.
Pitch-Orgien
Wie seine kleineren Brüder, ist auch der T-Rex 700 ein auf das 3D-Fliegen ausgelegtes Modell und zeigt besonders in diesem Bereich seine Stärken. Steuerbefehle werden sehr direkt und vielleicht ein wenig hektisch umgesetzt, was bei Schwebefiguren etwas Fingerspitzengefühl erfordert, aber gleichzeitig für eine enorme Wendigkeit in engen Figuren sorgt. Dazu trägt aber auch das für seine Größe sehr moderate Abfluggewicht bei, mit dem der verbaute Yamada YS-91ST-RR spielerisch fertig wird. Er kommt von der Leistung zwar nicht ganz an seinen neueren Bruder, den YS-91SR-RR heran, läuft dafür aber deutlich runder und ruhiger. Beim Treibstoff verwenden wir Optifuel 20 (20 Prozent Nitro; 18 Prozent Öl).
Drehzahleinbrüche sind mit dem verwendeten RCE-G600-Drehzahlregler auch bei Pitch-Orgien nicht zu verzeichnen. Die neuen 690D Carbon-Rotorblätter sorgen auch im Speedflug für einen einwandfreien Geradeauslauf mit keinerlei Tendenz zum Aufbäumen oder Unterschneiden. Auch riesige Loopings und exakte Rollen gehen mit ihnen locker von der Hand.
Die Kombination aus Align GP-750-Gyro und dem neuen Heckservo DS650 zeigte Anfangs ein leichtes Heckpendeln. Nachdem die Befestigung des Sensorgehäuses aber etwas abgeändert wurde und somit der Gyro besser von Vibrationen entkoppelt war, arbeitet die Heckrotorsteuerung für unsere Begriffe nahezu perfekt. Lediglich das Einrastverhalten nach Pirouetten könnte etwas knackiger sein. Alle verbauten Komponenten erfüllen ohne Probleme ihre Aufgaben. Die Align-Servos DS610, die an der Taumelscheibe und als Gasservo montiert sind, fallen zwar durch ein relativ lautes Betriebsgeräusch auf, arbeiten aber sehr präzise und kraftvoll.
Der oft erwähnte, hohe Stromverbrauch der Servos konnte nicht festgestellt werden. Im Durchschnitt lag der Verbrauch für einen Flug von knapp acht Minuten bei 320 Milliampere, von denen ja auch noch die in der Empfänger-Stromversorgung integrierte Vorglühanlage gespeist wird. Ein T-Rex 600E mit Futaba-Servos und V-Stabi braucht da nur unwesentlich weniger.
Rocking time
Mit dem T-Rex 700 LE präsentiert Align ein ausgewogenes Gesamtpaket, das mit seinen ausgewählten Komponenten auch 3D-Piloten ansprechen dürfte. Durch die Verwendung der edlen Aluteile wurde die Gesamtoptik gegenüber dem Vorgängermodell nochmals aufgewertet. Was das Preis-Leistungs-Verhältnis betrifft, setzt Align für die Mitbewerber einen hohen Maßstab.
Die Flugeigenschaften knüpfen nahtlos an das Vorgängermodell an. Die zum Bausatz gehörenden Komponenten erfüllen auch im 3D-Flug ihre Aufgaben tadellos. Sicher gibt es schnellere Servos, spielfreiere Mechaniken und noch genauere Gyro-Systeme, für die man aber auch deutlich tiefer in die Tasche greifen muss. Ob sich das für alle Hobbypiloten lohnt, liegt im Ermessen des Betrachters.
Interessenten sollten sich aber vom relativ günstigen Anschaffungspreis nicht blenden lassen. Die Unterhaltkosten eines 90er-Verbrennerhelis sind schon enorm. Das Modell bereitet auf jeden Fall eine Menge Spaß und wird uns durch die kommende Saison begleiten. Wie sagt man bei uns so treffend: Der Heli rockt! Jetzt stünde dann irgendwann höchstens noch eine Erprobung des neuen Align Flybarless-Systems an, das für den T-Rex 700 direkt mit passendem Rigid-Rotor angeboten wird. Wenn es so weit ist und genügend Erfahrungen vorliegen, werden wir wieder gerne berichten.




artikel (RSS)

Hallo miteinander,
ich bin begeisterter TRex 700er Flieger, allerdings die E-Version von Heli-Chris. Ich finde an diesem Artikel sehr positiv, dass die negativ aufgefallenen Punkte auch deutlich herausgestellt werden, es wird nicht nur alles gelobt. An der nächsten Tankstelle werde ich mir die Zeitschrift rc-heli-action doch wieder kaufen!
Viele Grüsse,
Dr. Albert Bewersdorff (MSc)