Blowout Rocking-Time im sonnigen Florida

Orlando heli blowout

Erstellt am: 14. Februar, 2011

Kategorie: Szene

Text
Joachim Eulefeld

Fotos
Joachim Eulefeld

Austragungsort
Orlando in den US-Bundesstaat Florida

Stattgefunden am
10. bis 12. Dezember 2010

Internet
»www.torchs.org

Magazin:  Ausgabe

Ausgabe: Ausgabe 03/2011

Erschienen im: Februar 2011

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Ausgabe 03/2011
Blowout Rocking-Time im sonnigen Florida

Ein wenig Sommer im Winter gefällig? Dann sollte es jeden begeisterten Heli-Piloten im Dezember nach Orlando in den US-Bundesstaat Florida ziehen – zum Orlando Helicopter Blowout. Im vergangenen Jahr fand es vom 10. bis 12. Dezember statt und hatte einiges zu bieten.

Nach rund 18 Stunden Reisezeit in Flugzeug und Auto, an Gepäckbändern und in Warteschlangen war es endlich soweit: Das kalte Deutschland bei minus
10 Grad Celsius und den gerade fallenden Schnee verlassend, fanden wir uns in Orlando, Florida wieder. Hier findet es statt, das zweitgrößte RC-Heli-Treffen nach dem im August ausgetragenen IRCHA. Auch hier pfiff dieses Jahr ein kühler Wind, aber sehr viel angenehmer, als im weißen Deutschland. Florida eben.

International
Insgesamt 238 gemeldete Piloten und eine Vielzahl von Sponsoren, Ausstellern und Besuchern, Team- sowie Hobby-Piloten machen dieses Event auf dem Gelände der RCACF (Radio Control Association of Central Florida) zu einem ganz besonderen seiner Art und ziehen damit die Heli-Gemeinde magisch an. Eine Viertelmeile und darüber gleichmäßig verteilte zwölf Pilot-Stations umfasst die gigantische Fluglinie. Dahinter befinden sich die Aussteller- und Pilotenzelte in großer Anzahl: Firmen wie Outrage, EDGE, HeliCommand, Thunder Tiger, Rapicon Fuel, Esprit Model, Chopper Shots Imaging und viele mehr luden zum Informationsaustausch ein und präsentierten den interessierten Besuchern ihre aktuellen Produkte.

Special Field
Natürlich sind bei einem solchen Event Piloten aus der ganzen Welt vertreten. So fuhr die Pilotenliste mit hochkarätigen Namen auf, wie zum Beispiel Matt Botos, Nick Maxwell, Kyle Stacy, Kyle Dahl, Jo Kaulbach, Alon Barak, Lukas Riva, Tom-Erik Rolfson, Colin Bell, Leon Luke, Alex Rodriguez und vielen mehr. Darüber wie spektakulär die Flugshows sind, muss man hier sicher nicht mehr viel sagen. Diese waren herausragend, wozu sicher auch das etwas spezielle Flugfeld sorgte. Denn direkt hinter der Pilotenlinie ging es einige Meter flach bergab in eine Art kleine Sumpflandschaft mit Palmen und hohen Gräsern. Wer hier zu tief hineinflog, wurde mit einem Totalverlust des Modells bestraft. Der Reiz war groß, und so wagten einige Piloten den Tiefflug durch die Senke und das „Haareschneiden“ der Palmen, das – wie sollte es anders sein – nicht immer erfolgreich zu Ende ging. Zumindest nicht für das Fluggerät.

Bomb Drop
Neben den Demoflügen der Sponsor-Piloten gab es natürlich den ganzen Tag freies Fliegen für jedermann, untermalt von zwei spielerischen Wettbewerben, dem Autorotations- und dem Bomb-Drop-Wettbewerb. Bei ersterem galt es, den Heli aus großer Höhe in einer Autorotation punktgenau in einem markierten Landefeld aufzusetzen. Je dichter der Heli mit der Nase am Zentrum dieses Felds platziert wurde und je spektakulärer die Autorotation dabei ausfiel, desto höher die erzielte Punktzahl.

Der Bomb-Drop-Wettbewerb wurde seinem Namen glücklicher Weise nicht ganz gerecht, da es harmlos und ohne Explosionen zuging: Abgeworfen wurde ein kleiner Plastikkörper aus einer fernbedienbaren Vorrichtung, die unter dem Heli montiert war. Dieser Körper sollte aus etwa 15 bis 20 Meter Flughöhe möglichst präzise in ein markiertes Feld abgeworfen werden. In beiden Wettbewerben erhielten die drei Erstplatzierten tolle Preise.

Nur der an das Fluggelände linker Hand angrenzende Express-Way war für die weiter unten ansässigen Piloten ein wenig hinderlich, da dieser selbstverständlich zu keiner Zeit auch nur angeflogen, geschweige denn überflogen werden durfte. Vergessen war dies aber auch für die dort ansässigen Piloten schnell, als die umfangreich ausgestattete Piloten-Tombola begann. Jeder gemeldete Pilot und jeder Spender von Weihnachtsgeschenken für Kinder aus armen Verhältnissen („Toys for Tots“, durchgeführt vom U.S. Marine Corps, eine vorbildliche Aktion) erhielt hierfür entsprechend Lose. Zu gewinnen gab es neben vielen Kleinigkeiten wie Rotorblättern, Zeitschriften, Baseball-Caps und weiteren Utensilien viele Helikopter-Sets, teilweise bereits flugfertig aufgebaut, Flybarless-Stabilisierungssysteme, Nitro-Spritkanister und vieles mehr.

Das leibliche Wohl war bestens umsorgt. Es gab Hamburger, Coke und Fries in rauen Mengen. Aber auch für den Kuchenliebhaber oder sonstige Geschmäcker war gesorgt, sodass diesbezüglich niemand etwas zu vermissen schien. Die Medienerstattung vor Ort erfolgte durch Derrick Threatt von RC-Heli-Resource und die Jungs von allMYrc.com sowie das RC Heli Magazine. Einzig ein kleiner Verbesserungsvorschlag bleibt: Eine angekündigte Nachtflugshow, wie sie auf einer solchen Veranstaltung eigentlich zum Standard gehört, sollte auch durchgeführt werden. Auf diese warteten viele leider vergeblich. Gründe hierfür wurden nicht bekannt gegeben. Vielleicht war ja auch der Express-Way der ausschlaggebende Faktor, hier können wir aber nur spekulieren.

Ansonsten kann den Organisatoren Bert Kammerer und Mike Fortin zusammen mit der ortsansässigen T.O.R.C.H.S. (The Orlando Remote Control Helicopter Society) sowie der gesamten Truppe um die beiden herum nur gratuliert werden. Sie haben einen tollen Job gemacht. Wir sagen danke für dieses super Event und freuen uns schon sehr auf ein warmes Wiedersehen im Dezember 2011.

RC-Flight-Control
Elektroflug-Magazin